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Wenn die Website keine Liebe bekommt, bekommen es dann meine Haare?

Ich wollte seit über zwei Monaten mal wieder zum Friseur. Nicht zu dem, zu dem ich vorher gegangen bin, sondern zu einem neuen. Aber ich hab es einfach nicht geschafft. Nicht, weil es hier zu wenig Salons gibt, davon habe ich in meiner Umgebung mindestens 15. Sondern weil die Websites so schlecht waren, dass ich am Ende bei keinem einen Termin ausmachen wollte.

Und ich hab bei mir gedacht: wenn die Website keine Liebe bekommt, bekommen es dann meine Haare?

Das ist heute keine Fach-Analyse, sondern meine ganz normale Kundinnen-Erfahrung. Und was du daraus für deine eigene Website mitnehmen kannst, wenn du einen Salon, eine Praxis, ein Studio, eine Werkstatt hast und dich manchmal fragst, warum du weniger Anfragen bekommst, als du müsstest.

Die Ausgangslage: viel Auswahl, klares Budget

Vor zwei Monaten war es soweit. Ich war mal wieder unzufrieden mit meinen Haaren und dachte mir, es muss jetzt was Neues her. Ich muss mal wieder zum Friseur.

In der Theorie kein Problem. Ich wohne in einer Gegend, in der es Bäcker, Döner, Eisdielen und Friseure an jeder Ecke gibt. Mindestens 15 Studios im Umkreis, wenn nicht mehr. Es mangelt mir wirklich nicht an Möglichkeiten.

Ich hatte nur eine Einschränkung. Ich hatte ein klares Budget im Kopf und da wollte ich nicht drüber gehen. Also fielen die richtigen Premium-Studios mit den super gestalteten Websites schon mal raus. Ich habe in der Mittelklasse gesucht. Auch da gab es genug Auswahl.

Der erste Schock: die Websites

Ich habe angefangen, mich durch die Websites der Salons zu klicken. Und was ich da gesehen habe, hat mich teilweise ehrlich schockiert.

Super alte Bilder, die einfach nicht mehr modern wirken. Websites, die sichtbar schnell selbst zusammengebastelt wurden. Ein paar Websites, auf denen der Inhalt gar nichts mehr mit dem aktuellen Salon zu tun hatte. Wenige Websites, die überhaupt Preise gezeigt haben. Kaum Onlinebuchungstools. Öffnungszeiten manchmal falsch oder gar nicht angegeben.

Und dann diese Frage, die sich bei mir automatisch aufgedrängt hat: wenn hier wirklich keiner Liebe für die Website übrig hat, wie sieht es dann mit meinen Haaren aus?

Natürlich kann man das nicht eins zu eins vergleichen. Nur weil sich ein Unternehmen wenig um die Website kümmert, heißt es nicht automatisch, dass die Arbeit keine Qualität hat. Trotzdem ist die Website oft das Erste, was ich von einem Unternehmen sehe. Auch wenn beides nicht direkt zusammenhängt, schwingt es mit. Wenn ich zwei Salons mit denselben Preisen zur Auswahl habe und die eine Website spricht mich an, weil sie professionell und einladend aussieht, und die andere nicht, wo würde ich hingehen?

Genau. Zu der, die mich anspricht.

Genau so denken Kundinnen.

Der erste Versuch: gefunden und trotzdem verloren

Nach einiger Recherche habe ich einen Salon gefunden. Der sah gut aus, in Laufweite, gute Bewertungen. Die Website war OK. Ich habe gedacht: da gehe ich hin.

Aber es gab kein Onlinebuchungstool. Also dachte ich: dann rufe ich halt an.

Die Öffnungszeiten waren Dienstag bis Freitag, 8 bis 18 Uhr. Ich bin selbstständig, ich kann mir das in meine To-do-Liste eintragen und dann anrufen. Kein Problem.

Denkste.

Ich habe das fast einen Monat mit mir rumgeschleppt. Immer wieder gedacht, morgen rufe ich an, Freitag rufe ich an. Und immer wieder war es entweder nach 18 Uhr, Wochenende, ich saß in einem Termin, oder ich habe es schlicht vergessen. Zwischendurch war der Gedanke: dann laufe ich mittags einfach mal vorbei, wenn ich spazieren gehe. Auch nicht geschafft.

Nach einem Monat hatte ich keine Lust mehr.

Der Wendepunkt: die Suche an Claude auslagern

Und dann, an einem Montagabend, sitze ich am Schreibtisch und denke mir wieder: es geht so nicht weiter. Ich brauche jetzt einen Salon.

Also gehe ich in Claude. Claude nutze ich für fast alles. Und ich sage: recherchiere Salons in meiner Umgebung, die Babylights machen, in mein Budget passen und ein Onlinebuchungstool haben.

Drei Kriterien. Klar. Ohne Wenn und Aber.

Claude hat mir eine Liste geliefert. Ich habe mir die Website eines der Salons angeschaut, das Buchungstool gefunden und alles hat gepasst. Was ich dann gesehen habe: vier freie Termine für den nächsten Tag. Neun Uhr, halb elf, halb zwei, zwei.

In meiner Verzweiflung habe ich direkt einen Termin für den Dienstagnachmittag gebucht. An einem Montagabend um 22 Uhr. Für den Dienstag.

Am Dienstag saß ich im Salon. Es gab einen Massagesessel am Waschbecken. Ich habe mich die Stunden, die ich dort saß, wie im Urlaub gefühlt. Am Ende habe ich ungefähr das gezahlt, was ich wollte. Bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Und der Weg dahin hätte nicht so anstrengend sein müssen.

Es gibt 15 andere Salons in meiner Umgebung, für die ich mich hätte entscheiden können. Wenn sie ein bisschen Liebe für ihre Website übrig gehabt hätten.

Was das 2026 bedeutet

Empfehlungen sind immer noch ein wichtiger Weg, um an Kundinnen zu kommen. Auch ich bekomme viele Projekte über Empfehlungen, und die Chance, dass ein Projekt aus einer Empfehlung wirklich startet, ist meistens deutlich höher als bei einer kalten Anfrage.

Aber es gibt auch viele neue Kundinnen, die nicht auf Empfehlungen zurückgreifen. Die selbst suchen, welche Dienstleisterin am besten passt. Diese Kundinnen geben auf Google „Friseur Nürnberg Babylights“ ein. Oder sie fragen Claude, ChatGPT, Perplexity. Sie bekommen eine gefilterte Liste. Wenn sie mehr Ansprüche haben, gibt die KI feinere Vorschläge zurück.

Was in dieser Liste steht, hängt davon ab, ob du auffindbar bist und ob du die Kriterien der Kundin erfüllst.

Wenn dein Onlinebuchungstool fehlt, bist du für eine Kundin wie mich raus. Das ist keine Bewertung deiner Arbeit. Das ist ein Filter. Und wenn Kundinnen über KI suchen, tauchst du in ihrer Liste gar nicht auf. Selbst wenn du die beste Arbeit machst.

Sie merken das nicht. Sie sehen dich einfach nicht.

Fünf Prüf-Punkte für deine Website

1. Ist auf den ersten Blick klar, was du anbietest?

Der Hero-Bereich auf deiner Startseite ist einer der wichtigsten Bereiche deiner Website. Öffne deine Startseite. Zähl bis fünf. Weiß eine Kundin in diesen fünf Sekunden, was du machst und ob sie hier richtig ist?

Wenn nicht, ist dein wichtigster Filter kaputt. Denn genau hier landen die meisten Besucherinnen zuerst, und hier musst du sie abholen.

2. Sind Preise oder Preis-Rahmen sichtbar?

Gerade bei körpernahen Dienstleistungen wie Friseur, Kosmetik oder Physio sind sichtbare Preise oder zumindest Preis-Rahmen wichtig. Wenn Kundinnen die Preise nicht abschätzen können, filtern sie sich selbst weg.

Ich hatte ein klares Budget im Kopf. Alle Salons, bei denen ich keinen Preis gefunden habe, sind für mich direkt rausgeflogen. Das ist nicht Geiz. Das ist Planungssicherheit.

3. Kann sie direkt einen Termin buchen?

Ich weiß, das wird oft belächelt, aber Menschen in meinem Alter möchten einfach nicht mehr anrufen. Weil wir Ideen haben, was wir brauchen, wenn wir nirgendwo anrufen können, zum Beispiel abends. Oder weil wir grundsätzlich nicht gerne telefonieren.

Ich zum Beispiel mache am liebsten Online-Termine mit meinen Kundinnen. Dann weiß ich an dem und dem Tag, welche Termine ich habe, und kann mich darauf vorbereiten. Zwischen den Terminen arbeite ich an Projekten. Ein spontaner Anruf würde mich rauswerfen. Deswegen vermeide ich Telefonieren, wo ich kann.

Und ich habe es als Selbstständige noch relativ leicht. Ich kann anrufen, wenn ich Lust habe. Menschen, die angestellt sind, können nicht einfach zu deinen Öffnungszeiten bei dir anrufen. Denen machst du es viel leichter, wenn du ein Onlinebuchungstool hast.

Ja, die kosten Geld. Aber zwei oder drei Kundinnen pro Monat weniger zu haben, weil das Tool fehlt, ist teurer.

4. Fühlt sich deine Website gepflegt an?

Aktuelle Fotos. Keine sichtbare Jahreszahl vor 2020. Öffnungszeiten stimmen. Kontaktdaten funktionieren. Kein „Coming soon“ seit zwei Jahren.

Vertrauen entsteht durch die kleinen Details.

Und deine Website sollte auf allen Geräten gut aussehen, vor allem auf dem Handy. Gerade wenn du für Privatpersonen Dienstleistungen anbietest. Die wenigsten suchen nach dir am Laptop.

5. Bist du in der KI-Suche auffindbar?

Die Grundlage dafür ist gutes SEO. Wenn du in der Google-Suche schon auffindbar bist, wirst du es auch mehr oder weniger in der KI-Suche sein. Man kann noch die eine oder andere Sache dazu tun. Eine llms.txt-Datei zum Beispiel, die ist gerade noch experimentell. Und auf jeden Fall Schema-Markup, damit Suchmaschinen deine Angebote klar zuordnen können.

Es geht nicht um Perfektion

Ich rede hier nicht von einer super professionellen Website, wo sich viel bewegt und die auf höchstem UX-Niveau liegt. Ich rede von den Grundlagen, die Kundinnen 2026 einfach erwarten.

Es reicht nicht mehr, einfach nur eine Website zu haben. Denn die Konkurrenz ist stark, und wenn deine Konkurrenz ein Onlinebuchungstool hat, bist du raus.

Wenn du weißt, dass du gute Arbeit machst und trotzdem zu wenig Anfragen bekommst, liegt es meistens an einem dieser fünf Punkte. Und die kannst du relativ schnell fixen.

Wenn du Hilfe brauchst

Wenn du gerade denkst, das könnte auf deine Website zutreffen, und dir mehr Anfragen wünschst, aber nicht weißt, wo du anfangen sollst, schreib mir. In einem kostenlosen Erstgespräch schauen wir zusammen, wie du deine Website so verbessern kannst, dass du Kundinnen darüber gewinnst.

Wenn du erstmal selbst prüfen willst, wo bei dir Verbesserungspotenzial liegt, findest du hier meinen 0-Euro-Guide „10 typische Website-Fehler“ zum Download.

Wordpress Webdesignerin Anja Junghans

Hi, ich bin Anja Junghans von Studio JUME. Und ich stelle die freche Behauptung auf: Du willst keine Website. Du willst Anfragen über deine Website. Hier im Blog kümmern wir uns deshalb darum, dass du von deinen Wunschkunden gefunden wirst!