Ich arbeite jetzt seit Monaten wirklich täglich mit Claude. Und es hat ehrlich gesagt alles verändert. Meine Arbeitsweise, wie ich Projekte angehe, wie schnell ich sie abarbeite.
Pro Webdesign-Projekt spare ich heute ungefähr einen Arbeitstag.
In diesem Beitrag erzähle ich dir, wie mein Setup aussieht und welche vier Anwendungen mir im Alltag am meisten helfen. Das ist kein Tool-Vergleich und kein generelles „KI ist toll“. Es ist eine ehrliche Bestandsaufnahme aus meiner Praxis.
Mein Dashboard-System pro Projekt
Bevor ich auf die vier Anwendungen komme, kurz das System dahinter. Sonst ergibt der Rest keinen Sinn.
Bei jedem neuen Website-Projekt lege ich einen eigenen Projektordner an. Ich kopiere mir dafür eine Vorlage, die ich mir gebaut habe. Da sind schon ein paar Standard-Sachen drin: eine Datei mit dem Kontaktlog, eine Vorlage für die To-Do-Liste, eine kleine Anleitung, was Claude in dem Projekt wissen muss. Diese Sachen sind ja bei jedem Projekt ähnlich.
In diesen Projektordner landet dann alles, was zum Projekt gehört: das Briefing, jede Mail, jede Abstimmung, jedes Telefonat in kurzen Stichpunkten, jede Korrektur, die Aufgaben mit aktuellem Stand. Bei Sachen, wo ich mit eigenem Code gearbeitet habe, kommt auch eine kleine Dokumentation rein.
Mein gesamtes KI-Dashboard ist nach dem PARA-System aufgebaut. Dazu mache ich noch ein eigenes Video. Hier reicht: ich habe eine klare Struktur, in der jedes Projekt seinen Ort hat.
Claude hat Zugriff auf den jeweiligen Projektordner. Er kennt das Projekt. Er muss nicht raten.
Vorher hatte ich Informationen in vier Apps gleichzeitig. Mails in Outlook, Aufgaben in einem Notizbuch, Dateien in Drive, Notizen woanders. Wenn ich eine spezifische Info gesucht habe, musste ich an vier Stellen suchen. Heute liegt alles an einem Ort. Mein Kopf ist frei.
Anwendung 1: Wenn etwas nicht funktioniert
Wenn du mit Websites arbeitest, kennst du das. Ein Plugin tut nicht, was es soll. Ein Formular schickt nicht ab. Ein Bereich reagiert anders, als er müsste.
Seit 2018 baue ich Websites. Und ich habe in dieser Zeit unzählige Stunden in Foren und auf englischen Tutorial-Seiten verbracht, um spezifische Probleme zu lösen. Mein Englisch ist davon mit Sicherheit auch besser geworden.
Heute beschreibe ich Claude das Problem. Was tut die Seite, was sollte sie tun, was habe ich schon probiert. Claude schlägt mir vor, woran es liegen könnte. Wir testen, ich gebe Rückmeldung, und in viel kürzerer Zeit haben wir eine Lösung.
Wichtig dabei: ich übernehme nichts ungeprüft. Ein gewisses Verständnis für das, was Claude vorschlägt, ist nötig. Ich teste jeden Vorschlag, bevor etwas live geht. Claude liefert den Startpunkt, ich liefere die Qualitätssicherung.
Anwendung 2: Claude prüft meine Websites selbst
Das ist die Anwendung, die ich am häufigsten nutze. Und sie hat mich am meisten überrascht.
Wenn eine Website in der Testumgebung weitgehend fertig ist, gebe ich Claude die URL und das Passwort und sage ungefähr: öffne die Seite in Chrome und schaue alle Seiten auf alle möglichen Fehler durch. Nimm dir Zeit, arbeite Schritt für Schritt, sei wirklich ausführlich. Ich will ein echtes Audit.
Claude öffnet die Seite in meinem Browser über eine Chrome-Erweiterung und geht jede Unterseite durch. Was er findet: Rechtschreibfehler, holprige Sätze, Inhaltslücken, Inhalte die sich widersprechen, SEO-Probleme, Struktur-Sachen, die ich übersehen habe. Weil Claude auch in den Code hineinschauen kann und nicht nur die sichtbare Seite liest, findet er Dinge, die mir gar nicht aufgefallen wären.
Am Ende habe ich eine Liste mit zwölf bis zwanzig Punkten, die ich Stück für Stück abarbeite. Das ist mein Vier-Augen-Prinzip, bevor eine Website an die Kundin geht.
Weil mal ehrlich: niemand findet alle Fehler in seinen eigenen Texten. Wenn ich drei Tage an einer Seite gearbeitet habe, bin ich betriebsblind. Claude hat den frischen Blick, den ich da nicht mehr habe.
Natürlich entscheide ich am Ende, was geändert wird. Manche Vorschläge nehme ich an, andere passen nicht zur Marke der Kundin und bleiben so. Aber die Liste ist mein Sicherheitsnetz vor dem Launch.
Anwendung 3: Claude in meiner Kommunikation
Hier macht Claude bei mir vielleicht den größten Unterschied. Niemand hat etwas davon, wenn ich eine halbe Stunde für eine Mail brauche.
Jede Mail, die mir eine Kundin schreibt, lege ich anonymisiert im Kontaktlog ab. Jedes Briefing kommt ins Dashboard. Jede Korrektur, auch wenn wir sie telefonisch besprochen haben, tippe ich kurz rein. Das klingt nach Aufwand, ist aber in zwei Minuten erledigt.
Wenn ich dann eine neue Mail mit einem aktuellen Stand an die Kundin verschicke, weiß Claude den ganzen Kontext. Er weiß, was wir letzte Woche gemacht haben, was als Nächstes ansteht, was noch offen ist. Er weiß auch, wie ich schreibe, welche Emojis ich verwende, in welchem Ton.
Ich gebe Claude die Stichpunkte für die Mail, er formuliert sie. Ich lese drüber, passe an, schicke raus. Eine Mail, die früher dreißig Minuten gebraucht hat, ist in fünf Minuten draußen. Diese gewonnene Zeit fließt direkt zurück ins eigentliche Projekt.
Anwendung 4: Die Aufgaben-Übersicht
Jedes Projekt hat eine Aufgabenliste im Dashboard. Da stehen die Standard-Aufgaben drin, die bei jeder Website anstehen: Testumgebung einrichten, Plugins installieren, Cookie-Banner einrichten, Schriften und Farben anlegen, Meta-Texte hinterlegen. Plus alles, was aus dem Briefing und den Mails der Kundin dazukommt.
Wenn etwas Neues reinkommt, schreibe ich es in die Liste. Wenn etwas erledigt ist, wird es abgehakt. Wenn etwas verschoben wird, weiß Claude das beim nächsten Mal.
Das Beste: Claude denkt mit. Wenn ich mit dem Projekt weiterarbeite, erinnert er mich an offene Punkte, die ich übersehe. Wie eine kleine persönliche Assistenz, die nichts vergisst.
Drei Tipps, wenn du selbst anfangen willst
Bau dir einen Ort für deine Projektinfos. Egal ob ein Ordner in Drive, ein Notion oder etwas anderes. Hauptsache: alles an einem Ort, den du Claude freigeben kannst.
Fang mit einer Aufgabe an, die dich oft aufhält. Eine. Probiere aus, wie Claude dir da helfen kann. Wenn es funktioniert, kommt die nächste dazu.
Prüfe alles, was zurückkommt. Übernimm nichts eins zu eins. Die KI kann Fehler machen. Sie soll dich schneller machen, nicht fauler.
Was als Nächstes kommt
Wenn du selbst gerade überlegst, wie du Claude besser in deinen Alltag integrierst, schreib mir gerne. Ich freue mich über den Austausch.
Wenn du Hilfe bei deiner Website brauchst, schau dir meine Webdesign-Pakete an.
Mehr Details findest du im Video oben.



