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Wie ich mir mit Claude meine eigene Notiz-App gebaut habe (und warum es alles verändert hat)

Ich bin Webdesignerin, keine App-Entwicklerin. Und trotzdem hab ich mir vor kurzem meine eigene Notiz-App gebaut.

Klingt erstmal nicht spannend. Wird es aber, wenn ich dir erzähle, was sich seitdem verändert hat. Meine Arbeitsweise. Wie ich Projekte angehe. Wie schnell ich sie abarbeite. Wie ruhig ich unterwegs bin, weil ich weiß, dass keine Idee mehr verloren geht.

Claude hat mir dabei geholfen. Drei bis vier Stunden Aufwand, ohne dass ich programmieren kann. In diesem Beitrag erzähle ich dir, wie es zu dieser App kam. Was sie tut. Und was du daraus für dich mitnehmen kannst, ohne dass du gleich selbst eine App bauen musst.

Wie es vorher war

Vor zwei, drei Monaten war meine Arbeitsweise chaotisch. Ich hab das nicht gerne zugegeben, aber sie war es.

Meine Informationen zu Projekten lagen überall verteilt. Ich hab tausende E-Mails in Apple Mail gehabt und wusste ganz sicher, dass da irgendwo eine bestimmte Kunden-Nachricht war. Aber ich wusste nicht mehr, wann sie kam. Also hab ich durchgesucht. Und durchgesucht. Manchmal eine halbe Stunde für eine einzige Info, die ich vor drei Wochen mal gelesen hatte.

Andere Sachen standen in Notion. Wieder andere auf einem Notizblock, den ich am Schreibtisch verlegt hatte. Wenn ich unterwegs eine Idee hatte, schrieb ich sie in WhatsApp. Ich hab eine Gruppe mit mir selber, da schrieb ich Sachen rein wie „nochmal beim Kunden X nachfragen“ oder „Idee für Folge 12″. Manchmal in der Notizen-App am Handy. Manchmal hab ich mir selbst eine E-Mail geschickt.

Dass das nicht gut ist, war mir schon lange klar. Aber ich hatte keinen Weg gefunden, es zu verbessern.

Und dann kam mir ein anderes Problem in die Quere, das mich zu einer echten Umstellung gebracht hat.

Warum ich alles auf Markdown umgestellt habe

Ich hab seit ein paar Monaten angefangen, mit Claude ernsthaft zu arbeiten. Nicht nur mal was fragen, sondern mit Kontext, mit meinen Projektdaten, mit strukturierter Zusammenarbeit.

Und dabei hab ich gemerkt: die KI kommt mit einem bestimmten Format besonders gut zurecht. Markdown. Eine einfache Textdatei mit klaren Zeichen für Überschriften, Listen, Betonungen. Für die KI ist das sofort lesbar. Sie kann selbst neue Markdown-Dateien anlegen, alte lesen, Inhalte finden.

Also hab ich mein ganzes System auf Markdown umgestellt. Alle Briefings zu Projekten. Alle Notizen. Alle Dokumentationen. E-Mail-Verläufe, die ich extra rauskopiere, weil ich sie später brauchen könnte. Kurze Notizen von Telefongesprächen mit Kundinnen.

Und die Ordnerstruktur dazu hab ich nach dem PARA-System aufgebaut. PARA steht für Projects, Areas, Resources, Archives. Ein System, das ich im Internet gefunden habe und das für meine Arbeitsweise sofort schlüssig war. Jedes Projekt hat einen eigenen Ordner. Jede laufende Verantwortung (also mein Marketing, mein Business, meine Buchhaltung) ist eine Area. Alles, was ich später mal brauchen könnte, ist eine Resource. Und was durch ist, wandert ins Archiv.

Braucht man PARA, um mit KI arbeiten zu können? Nein. Aber für mich hat es meine Arbeit deutlich strukturierter gemacht.

Das Problem, an dem alles hing

Ich hatte also mein System. Markdown. PARA. Alles ordentlich.

Ein Problem blieb: Markdown ist super für die KI. Für mich als Mensch aber unangenehm zu tippen. Vor allem am Handy. Wenn ich unterwegs eine Idee hatte, wollte ich sie nicht mit ## Überschrift und - Listenpunkt schreiben.

Ich hab Obsidian probiert, eine App, die Markdown-Dateien lesen und anzeigen kann. Am Mac war das noch OK. Am Handy war es zäh, unübersichtlich, hat keinen Spaß gemacht.

Und weil es keinen Spaß gemacht hat, hab ich es unterwegs nicht benutzt. Meine Ideen landeten weiterhin in WhatsApp, in der Notizen-App, in Selbst-Mails. Und ich saß dann am Schreibtisch und musste alles zurückgehen und einsortieren. Manchmal ging eine Idee dabei verloren, weil ich nicht mehr wusste, was ich mit „nicht vergessen bei Salon Website“ eigentlich gemeint hatte.

Ich hatte zwar das System, aber die Brücke fehlte. Ein einfacher, schneller Zugang zu meinen Dateien, unterwegs und am Schreibtisch, ohne dass ich mit Markdown-Zeichen kämpfen muss.

Das war der Moment, an dem ich mir gedacht hab: ich brauch was, das es so nicht gibt. Also bau ich es selbst.

Die App entsteht in drei bis vier Stunden

Ich hab mich also hingesetzt, Claude Code geöffnet und gesagt, was ich brauche.

  • Eine Verbindung zu meinem Google Drive, weil da mein PARA-System liegt
  • Eine WebApp, weil ich mich damit besser auskenne als mit nativen Apps, und weil ich sie nirgendwo im App Store veröffentlichen muss. Sie ist nur für mich
  • Ein Frontend, das Markdown schön anzeigt und mich bequem darin schreiben lässt
  • Eine Startseite, die mir wichtige Sachen zeigt. Meine aktuellen Projekte, meine letzten Notizen, meine Favoriten
  • Eine Inbox, in die ich unterwegs alles reinwerfen kann, ohne Kategorie
  • Ein Menü, das genau meiner PARA-Struktur folgt: Inbox, Projects, Areas, Resources, Archives

Und dann haben Claude und ich losgelegt. Er hat den Code geschrieben, ich hab getestet, Rückmeldung gegeben, Anpassungen gewünscht. Nach drei bis vier Stunden konzentrierter Arbeit stand die App.

Sie heißt bei mir einfach „Notizen“. Sie ist eine Website, aber ich hab sie als App auf meinem MacBook und meinem Handy installiert. Wenn du eine Web-App zum Home-Screen hinzufügst, wird ein Icon erzeugt, das die App wie eine normale App öffnet. Kein Browser-Rahmen, keine URL-Leiste. Fühlt sich an wie eine App aus dem Store, ist aber keine.

Ich hab kein neues System gebaut. Ich hab nur einen schnelleren Zugang zu dem System, das ich schon hatte.

Was die App tut

Sie zeigt mir eins zu eins meine PARA-Ordnerstruktur an, aber schöner formatiert und einfacher zu bedienen.

Die Startseite zeigt mir alles Wichtige auf einen Blick. Projekte, an denen ich gerade arbeite. Deadline-Projekte, wenn welche anstehen. Was ich zuletzt bearbeitet habe. Meine Favoriten, also Dateien, auf die ich oft zugreife.

Die Inbox ist mein Lieblings-Feature. Wenn ich unterwegs eine Idee hab, tippe ich in die Inbox rein. Fertig. Ich muss nicht überlegen, wo die Notiz hingehört. Sie darf unsortiert bleiben, bis ich am Schreibtsich sitze und Ruhe habe.

Dann öffne ich die Inbox am Mac, schau mir jede Notiz an, entscheide: gehört zu Projekt A, gehört in Ressource B, gehört ins Archiv. Zwei Sekunden pro Notiz, weil ich in dem Moment den Kontext hab. Alles landet an seinem Ort.

Das Menü folgt meiner Ordnerstruktur. Inbox oben, dann Projects, Areas, Resources, Archives. Ein Klick auf einen Punkt zeigt mir die Ordner darunter, dann die Dateien.

Der Editor rendert Markdown so, dass ich einfach loslegen kann. Ich muss keine #-Zeichen tippen. Ich klicke auf „Überschrift“, der Text wird groß und dick. Ich klicke auf „Liste“, jede Zeile bekommt einen Bullet. Für Claude bleibt die Datei aber im Markdown-Format, also perfekt lesbar.

Was sich seitdem geändert hat

Ich sag es ehrlich: mir ist das erst nach zwei Wochen wirklich klar geworden.

Ich saß irgendwann an einem Sonntag am Küchentisch und dachte mir, ich hab in dieser Woche gefühlt weniger gearbeitet und trotzdem mehr geschafft.

Der Grund war: ich hab nicht mehr gesucht.

Früher hab ich pro Tag mindestens eine halbe Stunde damit verbracht, Sachen zu suchen. Welche Mail hat die Kundin geschickt. Wo hab ich die Ideen zu Folge X notiert. Welchen Link hat mir eine Kollegin letzte Woche geschickt.

Heute geht das nicht mehr. Ich öffne die App, weiß wo alles liegt, klicke darauf, hab es.

Plus: unterwegs ist mein Kopf ruhiger. Wenn mir eine Idee kommt, weiß ich, dass sie sicher in der Inbox landet. Ich muss sie nicht mehr im Kopf behalten und immer wieder daran denken „nicht vergessen, nicht vergessen“. Sie ist notiert, sie kommt zurück, wenn ich sie brauche.

Plus: Claude wird als Sparringspartner viel besser. Weil er auf strukturiert abgelegte Projektinfos zugreift, kann ich sagen „bau mir aus dem Skript in Folge X den Blogbeitrag“ und er weiß sofort, was er zu tun hat. Der Kontext liegt an einem Ort. Er muss nicht raten.

Drei Lektionen, die ich mitgenommen habe

Lektion 1: Finde ein Dateisystem, in dem du UND die KI gut arbeiten könnt.

Bei mir ist das Markdown plus PARA. Bei dir kann es was anderes sein. Aber es sollte ein System sein, das nicht nur du verstehst, sondern das auch ein Werkzeug wie Claude durchsuchen und lesen kann. Damit du nicht immer alles doppelt erklären musst.

Lektion 2: Die KI ist nicht nur ein Helfer in Tools. Die KI kann dir Tools bauen.

Das war meine größte Überraschung. Ich hab immer gedacht, KI ist etwas, was in bestehenden Programmen läuft. Aber Claude Code kann ganze Programme schreiben. Wenn ich weiß, was ich brauche, und wenn ich testen und Rückmeldung geben kann, entsteht ein Werkzeug, das genau zu mir passt. Nicht zu einem Durchschnitts-Nutzer, sondern zu mir.

Lektion 3: Du musst nicht mehr auf die perfekte App warten.

Ich hab jahrelang Notiz-Apps ausprobiert. Notion, Evernote, Bear, Obsidian, Craft. Alle hatten irgendwas, was mir nicht gepasst hat. Statt jetzt weiter zu suchen, hab ich mir was gebaut, das genau meine Anforderungen erfüllt. In drei Stunden. Für null Euro (außer meiner Zeit).

In den letzten Monaten hab ich mir fünf oder sechs kleine Apps gebaut. Die meisten werde ich nie veröffentlichen. Manche kann ich gar nicht veröffentlichen, weil sie zu sehr auf meinen Alltag zugeschnitten sind. Sie machen mein Leben einfach einfacher.

Drei Schritte, wenn du selbst anfangen willst

Du musst nicht sofort eine App bauen. Fang kleiner an.

Schritt 1: Schau, wo deine Informationen aktuell liegen.

Wenn du merkst, dass deine Notizen in fünf Apps verstreut sind (bei mir waren es Mail, Notion, Notizblock, WhatsApp mit mir selber, Notizen-App), dann ist das der erste Punkt. Konsolidiere. Egal wohin. Hauptsache alles an einen Ort.

Schritt 2: Bau dir eine klare Struktur.

Bei mir ist es PARA. Bei dir kann es was Eigenes sein. Wichtig ist, dass du für jede neue Information eine Antwort auf die Frage hast: „Wo gehört das hin?“ Wenn du das nicht weißt, wird deine Struktur wieder zum Chaos.

Schritt 3: Fang mit Claude an, was Kleines zu bauen.

Muss keine App sein. Eine automatische Vorlage. Ein Skript, das dir E-Mails vorformuliert. Ein Workflow, der bestimmte Aufgaben in eine Aufgabenliste schreibt. Klein anfangen. Sehen, ob es dir was bringt. Wenn ja, das nächste dazu. So bauen sich Systeme, die wachsen.

Wenn du das lernen willst

Wenn du merkst, dass dir dein Notiz-Chaos gerade Zeit kostet und du wissen willst, wie du selbst mit Claude anfängst, dann schreib mir gern. Du kannst eine der ersten sein, die meine KI Toolbox testen kann.

Wordpress Webdesignerin Anja Junghans

Hi, ich bin Anja Junghans von Studio JUME. Und ich stelle die freche Behauptung auf: Du willst keine Website. Du willst Anfragen über deine Website. Hier im Blog kümmern wir uns deshalb darum, dass du von deinen Wunschkunden gefunden wirst!