Deine Website ist irgendwann mal einfach online gegangen und seitdem läuft sie so vor sich hin. Du machst hier ein bisschen was, mal einen Text, und ansonsten steht sie eben so da.
Nach ein paar Jahren merkst du dann: Anfragen kommen keine oder deutlich weniger als früher. Die Klickzahlen sinken. Und wenn du selber mal draufgehst, denkst du dir: schaut schon ein bisschen älter aus.
Ich zeig dir heute fünf Zeichen, an denen du erkennst, dass deine Website ein Update braucht, um wieder zu funktionieren.
Eine Website ist kein Möbelstück, das man sich einmal kauft und dann rumstehen lässt. Kein Flyer, den man einmal drucken lässt und dann jahrelang verteilen kann. Eine Website ist ein lebendes System und sollte auch so behandelt werden.
Was du siehst, ist die Startseite, die vielleicht noch aussieht wie vor zwei, drei Jahren. Was du nicht siehst, ist die Technik dahinter. WordPress, Plugins, das Theme, all das bekommt regelmäßig Updates. Es gibt Sicherheitspatches und neue Standards, die sich im Laufe der Zeit entwickelt haben. Wenn du das ignorierst, wird die Seite langsamer, unsicherer und rutscht bei Google im schlimmsten Fall ab.
Und dann kommen die inhaltlichen Sachen dazu: neue Angebote, neue Fotos, veränderte Preise, veränderte Zielgruppen. Die meisten Websites veralten still im Hintergrund. Und du siehst es erst, wenn die Anfragen einbrechen.
Deshalb: einmal im Jahr deine Website komplett zu prüfen ist besser, als alle vier Jahre neu aufzubauen. Aber schauen wir uns die fünf Zeichen an.
Zeichen 1: Deine Bilder passen nicht mehr
Bilder sind das Erste, was schnell veraltet aussieht. Und das Erste, was Besucherinnen unbewusst wahrnehmen.
Vielleicht hast du noch ein Foto aus 2020 auf der Website, während du 2026 schon ganz anders aussiehst. Oder Bilder von Räumen, die du gar nicht mehr nutzt. Ein Team-Foto mit Menschen, die schon längst nicht mehr dabei sind. Oder Stockfotos, die überall im Netz auftauchen und die eine Besucherin unbewusst wiedererkennt. Der schlimmste Fall: eigene Bilder mit schlechter Auflösung, die auf modernen Bildschirmen unscharf und unprofessionell wirken.
Was du selbst tun kannst
Tausche alle Bilder auf deiner Website einmal komplett aus. Die neueren Handys haben Kameras, mit denen du professionelle Bilder selbst machen kannst. Nimm neue Bilder auf, komprimiere sie und tausche sie dann aus.
Warum ist Komprimieren wichtig? Ein Handybild hat gern mal zwischen zwei und fünf Megabyte. Das ist viel zu viel für eine Website. Was wir wollen, sind Bilder um die 150 Kilobyte, gerne kleiner.
Für viele ist das nicht einfach umzusetzen, weil man Tools runterladen oder ein Abo abschließen muss, oder weil die Komprimierung auf drei Bilder pro Tag begrenzt ist. Deshalb hab ich mein eigenes Tool gebaut, das ich dir in der Videobeschreibung verlinkt hab. Du ziehst deine Bilder rein, die Umwandlung passiert im Browser und du lädst sie wieder runter. Deine Bilder landen nicht auf irgendeinem Server.
Wichtig dabei: Mach aus deinen Handybildern das Web-Format. Das spart sehr viel Dateigröße. Und beschneide deine Bilder. Deine Kamera macht riesige Bilder. Fürs Web reicht es, wenn die kurze Seite eines Bildes 1200 Pixel breit ist. Bei einem vollflächigen Hero-Bild darf die lange Seite bei 2000 bis 2500 Pixel liegen.
Wann sich ein Profi lohnt
Wenn du selbst nicht dazu kommst, gute Bilder mit einer eigenen Kamera zu machen, dann investiere in ein professionelles Fotoshooting. Damit bekommt deine Website wieder Glanz.
Zeichen 2: Deine Website ist auf dem Handy schwer bedienbar
Das ist einer der wichtigsten Punkte. Was vor drei Jahren am Handy funktioniert hat, ist heute vielleicht nicht mehr auf dem neuesten Stand. Menschen erwarten mehr.
Die meisten Besucherinnen landen über ihr Smartphone auf deiner Website. Wenn sie dort nicht gut zu bedienen ist, gehen sie zur Konkurrenz. Die Bildschirme sind auch am Handy größer geworden. Was auf dem alten iPhone 8 funktioniert hat, wirkt auf neueren Modellen vielleicht nicht mehr gut. Buttons sind zu klein, Menüs zu eng, Formulare funktionieren teilweise nicht sauber.
Was du selbst tun kannst
Öffne deine Website regelmäßig auf mehreren Handys und auch auf einem Tablet. Spiele alle wichtigen Aktionen einmal durch: kann jemand ein Formular ausfüllen, das Menü öffnen, einen Termin buchen? Wenn was hakt, versuche es im Backend zu lösen.
Wann sich ein Profi lohnt
Wenn du merkst, dass dein Theme nicht mehr auf dem aktuellen Stand ist und du selbst die mobilen Probleme nicht mehr in den Griff bekommst, ist es oft besser, das ganze System einmal zu tauschen, statt das Bestehende immer wieder mit Patches zu flicken.
Zeichen 3: Deine Ladezeit ist zu langsam
Wenn deine Website länger als drei Sekunden braucht, um zu laden (und das ist teilweise schon zu lang), verlierst du die Hälfte deiner Besucherinnen. Und Google straft dich zusätzlich ab.
Über die Jahre sammelt sich Ballast an: alte Plugins, große unkomprimierte Bilder, Skripte von Tools, die du nicht mehr nutzt, Backups, die auf dem Server liegen. Das alles macht deine Website größer und langsamer.
Was du selbst tun kannst
Es gibt Prüftools im Internet, mit denen du die Ladezeit messen kannst. Eines davon verlinke ich in der Videobeschreibung. Kostenlos, gibt dir eine Note von 0 bis 100 für Mobil und Desktop. Als Ziel: mindestens 70 für Mobil, 90 für Desktop.
Was du dann selbst tun kannst: ungenutzte Plugins deaktivieren und löschen, alle Bilder komprimieren, die riesigen Bilder austauschen und ein Caching-Plugin installieren.
Wann sich ein Profi lohnt
Wenn diese Basics nicht helfen und dein Wert immer noch unter 50 liegt. Dann sollte da mal jemand ran. Manchmal ist auch das Hosting das Problem und ein Wechsel wird sinnvoll.
Zeichen 4: Deine Inhalte sind nicht mehr aktuell
Nicht nur die Software altert, auch deine Inhalte. Du und dein Business entwickelt euch weiter. Die Website muss dahingehend immer wieder angepasst werden. Das merkt Google, und deine Besucherinnen merken es auch.
Vielleicht hast du alte Preise, die nicht mehr stimmen. Oder Angebote, die du so gar nicht mehr anbietest. Einen Blog, wo der letzte Beitrag von 2020 ist. Eine Über-mich-Seite, die von dir spricht, wie du eigentlich schon lange nicht mehr bist. Ein Impressum mit veralteter Adresse.
Was du selbst tun kannst
Klick deine Website einmal im Quartal wirklich durch und lies alles, was du da stehen hast. Tausche alte Preise aus, schreib mal wieder einen Blogbeitrag und überprüfe deine Über-mich-Seite alle sechs Monate.
Wann sich ein Profi lohnt
Wenn du merkst, dass sich dein Angebot fundamental verändert hat und du jetzt eine andere Zielgruppe ansprichst. Dann passt vielleicht die ganze Struktur deiner Seite nicht mehr und muss auf das neue Konzept angepasst werden. Das ist dann kein Update mehr, sondern ein Umbau.
Zeichen 5: Deine Rechtstexte sind veraltet
Datenschutz ändert sich, Gesetze ändern sich, Abmahnungen kommen gern mal automatisiert. Impressum, Datenschutzerklärung und Cookie-Banner sind keine Dinge, die man einmal macht und dann liegen lässt.
Vielleicht hast du neue Tools auf deiner Website oder im Kundenkontakt. Den Newsletter-Anbieter gewechselt, ein neues Buchungstool eingebaut, Google Analytics installiert. Dann brauchst du ein Update deiner Datenschutzerklärung.
Seit Juni 2025 gibt es außerdem das Barrierefreiheitstärkungsgesetz (BFSG). Vielleicht fällst du mittlerweile darunter und müsstest deine Website anpassen.
Was du selbst tun kannst
Geh deine Rechtstexte einmal im Jahr durch. Passen alle Tools noch, nutzt du die wirklich? Ist der Cookie-Banner korrekt konfiguriert? Ist dein SSL-Zertifikat noch aktiv? Man glaubt nicht, wie viele Websites einem begegnen, die kein gültiges SSL-Zertifikat haben.
Wann sich ein Profi lohnt
Bei Rechtstexten eigentlich immer. Wenn du auf der ganz sicheren Seite sein willst, arbeite mit einer Anwältin, die deine Rechtstexte prüft. Ansonsten lohnt sich auch eine Webdesignerin, die die rechtlichen Themen (ohne Haftung, wir sind keine Anwältinnen) für dich im Blick behält.
Was tun, wenn mehrere Zeichen zutreffen
Wenn du dir bei mehreren Zeichen gedacht hast: da müsste ich was tun.
- Ein Zeichen: deine Website braucht Wartung
- Zwei Zeichen: deine Website braucht eine Auffrischung
- Drei oder mehr: hier lohnt es sich, größer zu denken
Dann stellt sich die Frage: reicht eine Auffrischung, oder brauchst du einen Relaunch, damit deine Website von Anfang an sauber aufgebaut ist und wieder zu dir passt?
Auffrischung heißt: das bestehende System behalten, Inhalte, Bilder und Rechtstexte aktualisieren, Plugins aufräumen und die Ladezeit verbessern.
Relaunch heißt: neues System, ein angepasstes Design, neue Struktur. Aber das Wissen mitnehmen, was funktioniert hat.
Meine Empfehlung: Versuch es erst mit einer Auffrischung. Und wenn du dann feststellst, dass die Grundlagen nicht mehr stabil sind, dann denk über einen Relaunch nach.
Zusammenfassung
Eine Website veraltet still im Hintergrund. Du siehst es erst, wenn die Anfragen einbrechen. Prüf einmal im Jahr diese fünf Zeichen: Bilder, mobile Bedienbarkeit, Ladezeit, Inhalte und Rechtstexte.
Wenn du dir unsicher bist, wo deine Website gerade steht, hab ich zwei Wege für dich:
- Ausführlicher: Workbook „10 Website-Fehler und wie du sie behebst“ — 0-Euro, du prüfst deine Website selbst
- Gemeinsam: kostenloses Kennenlerngespräch — wir schauen zusammen, ob eine Auffrischung reicht oder ein Relaunch sinnvoll ist



